Nach mehreren fluglosen Wintermonaten ist die Routine nicht mehr so, als wenn in kurzen Abständen immer wieder geflogen wird. Bevor es mit komplizierten Auslandsflügen wieder los geht, ist es daher sinnvoll, die Bedienung des Flugzeuges und des Flugfunks so aufzufrischen, dass alles wieder selbstverständlich ist. Während uns die PA28 durch hunderte  Flugstunden derart vertraut ist, dass wir sie „im Schlaf“ beherrschen, ist das bei den, erst im Vorjahr dazugekommenen Flugzeugen – nämlich der Katana und der DA40 – nicht so. Üben ist daher angesagt, um auch hier die notwendige Sicherheit wieder zu erlangen.

 

Erstes Flugzeug war die Katana. An einem strahlend schönen Föhntag starteten wir zum ersten Schenkel nach Wiener Neustadt. Interessanterweise mussten wir die Frequenz für Wien Information drei Mal wechseln. Vorbei am Ötscher und Schneeberg ging es bei herrlicher Sicht, jedoch starkem Südwind in Wiener Neustadt zur Landung. Weil dort das Anflugverfahren mehrmals geändert wurde, liest sich das im Anflugblatt sehr unverständlich, doch da wochentags wenig Betrieb herrscht, ist auch das kein Problem. Da auf der Südseite das AIS-Office nicht geöffnet hatte, stellten wir die Katana beim Turm auf der Nordseite ab und erledigten das Notwendige.

Nächste Strecke war nach Spitzerberg. Wegen der Einflugschneise von Schwechat darf hier nur 1.500 – 2.000 Fuß geflogen werden. Außerdem sind die Verbotszonen genau einzuhalten. Über Eisenstadt, Neusiedlersee und Leithagebirge ging es in die Gegend um Parndorf, wo scheinbar tausende Windräder die ganze Gegend beherrschen. Nach der Landung stellten wir zu unserer Verwunderung fest, dass das Spitzerberg-Gebäude gerade umgebaut wird, es derzeit keine Bewirtung gibt und die Kommunikation am Turm stattfindet. Seit der Nachkriegszeit wurde am Spitzerberg kaum etwas verändert, jetzt wo Red Bull das Areal gekauft hat, scheint sich hier eine neue Zeit anzubahnen. Im Sommer soll das neue Gebäude fertig sein, und wir sind schon sehr gespannt, wie „Spitzerberg-Neu“ aussehen wird. Weil gerade ein Segelflieger-Anfängerkurs stattfand, starteten abwechselnd 3 Schulflugzeuge mit Windenschlepp und 1 Motorsegler.

Der Flugplan über die Transitstrecke Wien  nach Krems war rasch aufgegeben und akzeptiert. Nach dem Start muss alles sehr schnell gehen, weil sich der erste Wegpunkt Petronel bereits in wenigen Flugminuten erreicht wird. Wien-Information koordinierte den Transitdurchflug und Schwechat-Tower erteilte uns die Freigaben für die verschiedenen Wegpunkte über der Donau. Es ist immer wieder interessant, auf einer Frequenz mit ständig startenden und landenden Verkehrsflugzeugen aktiv zu sein. Die Transitstrecke beschert eine tolle Aussicht auf Wien. Unter uns zuerst der Flughafen Schwechat, dann das Kraftwerk Freudenau und die Donauinsel. Anschließend linker Hand die Stadt mit allen auffälligen Gebäuden und dem Prater, rechts die UNO-City, der DC Tower und der Donauturm. Ab Klosterneuburg übernahm uns wieder Wien-Information und weil die Militärzone Langenlebarn aktiv war, mussten wir über Stockerau nach Krems ausweichen.

Während wir uns in Krems das Mittagessen gut schmecken ließen, erreichte uns ein SMS aus Linz mit der Information, dass es dort regnet und blitzt. In Krems herrschte hingegen wunderschönes Wetter. Weil aber die Schlechtwetter- und Gewitterfront vom Mühlviertel nach Süden zieht, beschlossen wir rasch aufzubrechen, um vielleicht doch noch rechtzeitig vor Eintreffen in Seitenstetten wieder landen zu können. Den vorgesehen Überflug genau über der Donau, um die Marillen- und Kirschenblüte zu beobachten, mussten wir wegen der Eile absagen. Im Mostviertel sah man tatsächlich, dass es Richtung Linz und Mühlviertel fast schwarz war, blitze und stellenweise regnete, doch in Seitenstetten gab es weder während unserer Landung, noch danach Wetterprobleme.

Genau diesen Flug haben wir schon x-Mal gemacht, doch mit den Eigenschaften der Katana und funken mit Großflugplätzen wurde uns alles wieder vertraut und selbstverständlich. Nächstes Projekt ist nun die DA40, bei der es gilt, das im Theoriekurs über das GPS und dem Autopiloten gelernte, auch in der Praxis umzusetzen. Hermann M. – absoluter Spezialist für diese Geräte – hat sich erfreulicherweise bereit erklärt, uns bei einem geplanten Flug zu begleiten und zu coachen. Sobald es das Wetter erlaubt, werden wir also nach Ungarn aufbrechen, zuerst nach Fertőszentmiklós, Überflug des NATO Flugplatzes Pápa und dem Katastrophengebiet Ajka nach Siofok. Von dort nach Budaörs/Budapest wo wir die dorthin verkaufte Dimona wieder sehen möchten. Dann geht es zum Audi Flugplatz nach Györ und nach einem Kurzbesuch der Audi Fabrik nach Bratislava. Von dort ist geplant, dass wir wieder durch Wien-Transit und mit Freigabe durch das Militärgebiet Langenlebarn nach Seitenstetten zurückkehren möchten. Alles in allem etliche Wegpunkte, spezielle Höhen- und Anflugverfahren, wo uns das GPS und der Autopilot sicher geläufig werden wird.

 

Text: Wolfgang G.

Foto: Ewald G.