Herbst-Flug Italien

Geschäftlich hatten wir in Mittelitalien zu tun. Die Anreise mit dem Auto wäre 12 Stunden Fahrzeit und 3 Tage Abwesenheit gewesen, mit dem Flugzeug sind es kaum mehr als 2 Stunden und nur 1 Tag. Im Herbst ist eine Flugreise oft kritisch, weil bis Mittag der Nebel einen Start unmöglich macht. Plötzlich schien sich ein geeigneter Tag anzubahnen, an dem ein Hin- und Rückflug möglich war. Um ganz zeitig in der Früh zu starten, bereiteten wir am Abend des Vortages das Flugzeug durch Tanken, Beladen und Navigationsausrüstung vor.

fast schnur­ge­ra­de: LOLT – RAVENNA

Video Teil 1 von 3

Video Teil 2 von 3

Video Teil 3 von 3

Start bei Nebel

Nachdem Ewald fünf Tage zuvor den PPL bestanden hatte, war das der 1. Flug an dem er links als Pilot in Command und ich als Passagier rechts gesessen bin. Um 7 Uhr Früh lag noch Nebel über der Piste, der aber langsam nach Osten abzog. Als nur mehr so viel Nebel war, dass wir die Piste erkennen konnten, starteten wir. Bald danach herrschte beste Sicht. Ab Reiseflughöhe 10.500 Fuß steuerte der Autopilot das Flugzeug direkt zu unserer Destination. Vom Gebirge bis über das Meer waren Wolken, die teilweise geschlossen waren, stellenweise aber Sicht auf die Landschaft darunter ermöglichten. Selten erlebten wir eine so tolle Sonnenaufgangsstimmung über den Wolken. Unter uns bedeckte Nebel die Täler, links die aufgehende Sonne. Während des ganzen Fluges waren wir das einzige Flugzeug auf Wien-Information.

Frühstück über den Wolken

Während der Autopilot das Flugzeug steuerte, und es keine Turbulenzen gab, begannen wir unser Frühstück zu genießen. Der Kaffee aus der Thermoskanne, das Gebäck war vom Auftauen zu Hause noch warm. Ein herrliches Gefühl, frühstücken bei Sonnenschein über den Wolken – noch direkter als in einem Verkehrsflugzeug.

Zahlreiche Funkstellen und IFR-Flughöhe

Nach Österreich, in Slowenien und in Italien wurden wir innerhalb kurzer Zeit an mehrere Funkstellen weitergereicht. Auf der Strecken von Triest über das offene Meer, durchquerten wir Luftraum „Padova 9 – Veneto CTA“, in welchem wir mit 10.500 Fuß scheinbar der einzige VFR Flieger waren. Padua-Control wies uns an, auf präzise IFR-Flughöhe FL 110 zu steigen. Entlang der Ostküste Italiens konnten wir ein Motorbootrennen beobachten. Jede Menge Boote mit entsprechenden Heckwellen düsten Richtung Venedig. Bis kurz vor Ravenna gab es immer eine Bewölkung, der Anflug war aber wolkenfrei und die Landung bei bester Sicht problemlos möglich.

Geschäftsbesprechung und Rückflug

Am Flugplatz erwarteten uns bereits unsere Geschäftsfreunde und brachten uns etwa 30 km zur Firma. Nach der Besprechung und einem Imbiss ging es wieder zum Flugplatz zurück. Obwohl in Ravenna gleich zwei AVGAS Tankstellen sind, eine für die Flugschule, eine für die Fallschirmspringer-Maschine, hatten wir keine Chance, AVGAS zu tanken, auch nicht zum Horrorpreis. Daher entschlossen wir uns zu einer Tanklandung in Portoroz, das nur eine kurze Abweichung von unserem Direktkurs bedeutete. Nach dem Start in Ravenna war einem Sperrgebiet auszuweichen – einen sichtbaren Grund konnten wir mit bestem Willen nicht feststellen – dann ging es in Begleitung von Pula-Radar eine dreiviertel Stunde über das Meer.

In Portoroz ist immer wieder alles perfekt. Tanken, bezahlen, Kaffee war in kürzester Zeit erledigt. Danach stiegen wir auf 8.500 Fuß, von Slowenien durch die Klagenfurt TMA und Zeltweg CTA bis zu den Niederen Tauern über den Wolken. Wegen einiger hartnäckiger hohen Wolkentürmen mussten wir kurzzeitig auf 10.000 Fuß steigen. Ähnliches hatten wir bereits mehrmals in dieser Gegend erlebt. Ab Trieben begannen wir mit dem Sinkflug, das Mostviertel total wolkenfrei, beste Sicht und „Happy Landing“ in Seitenstetten.

Resümee

Am darauffolgenden Tag hielt sich der Nebel bis Nachmittag, sodass ein Hin- und Rückflug an einem Tag unmöglich gewesen wäre. Wären wir nur hingeflogen und in Italien übernachtet, wäre ein Rückflug wegen schlechter Sicht in Italien und starker Föhn im Gebirge mehrere Tage nicht möglich gewesen. Die Landschaft im Herbst verbunden mit kitschiger Wolkenstimmung bescherte uns unglaublich schöne Ausblicke, die wir zwar in Videos und auf Fotos festgehalten haben, die wirklichen Empfindungen so eines Fluges können aber kaum weitergegeben werden. Auch von der ESNA sind wir wieder begeistert. Sie hat beste Steigleistung, eine optimale Reisegeschwindigkeit und auf den Rücksitzen genug Platz für viel Gepäck. Insgesamt notierten wir in Österreich, Slowenien, Italien, Kroatien 16 Funkstellen.