﻿{"id":661,"date":"2013-09-11T11:00:54","date_gmt":"2013-09-11T10:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/?p=661"},"modified":"2015-02-22T12:03:04","modified_gmt":"2015-02-22T11:03:04","slug":"11-09-2013-wolfgang-grabner-reise-nach-ungarn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/11-09-2013-wolfgang-grabner-reise-nach-ungarn\/","title":{"rendered":"11.09.2013 &#8211; Wolfgang Grabner: Reise nach Ungarn"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl die Entfernungen und Flugzeiten zu ungarischen Flugpl\u00e4tzen oftmals k\u00fcrzer sind, als Fl\u00fcge innerhalb \u00d6sterreichs, fliegen nur wenige Hobbypiloten ins Land der Magyaren. Aber es lohnt sich, denn auf jedem der vielen ungarischen Flugpl\u00e4tze gibt es etwas Sehenswertes, die Landegeb\u00fchren sind niedrig und h\u00e4ufig wird deutsch gesprochen. Wir waren in der Vergangenheit bereits auf 7 ungarischen Flugpl\u00e4tzen, dieses Mal kamen 6 weitere neue dazu.<\/p>\n<p><b>Freudiges Wiedersehen<\/b><\/p>\n<p>Vor 3 Jahren wurde die Dimona OE-9233, mit der wir jahrelang Fl\u00fcge zwischen Afrika und Nordcap sowie rund um und innerhalb Europas gemacht haben, nach Ungarn verkauft. Der neue Budapester Besitzer lud uns mehrmals ein, ihn und die Dimona zu besuchen. Erste Station war daher der Flugplatz LHBS Buda\u00f6rs s\u00fcdlich von Budapest, wo \u201eunsere\u201c Dimona eine neue Heimat gefunden hat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-663\" src=\"https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Ungarn-2013-3-400x267.jpg\" alt=\"Ungarn 2013-3\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Ungarn-2013-3-400x267.jpg 400w, https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Ungarn-2013-3-225x150.jpg 225w, https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Ungarn-2013-3.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Obwohl in Seitenstetten \u201esky clear\u201c war, standen \u00fcber den zu \u00fcberquerenden Bergen hohe Wolkent\u00fcrme. Sie waren teilweise so hoch, dass auch 7.500 Fu\u00df nicht ausreichten und Wien Information 9.500 Fu\u00df akzeptierte. Zum ersten Mal brauchten wir im Anfluggebiet des Flughafens Wien Schwechat und Neusiedlersee nicht auf 2.000 Fu\u00df sinken, sondern wir durften unsere Reiseflugh\u00f6he bis Budapest beibehalten. Nach dem Neusiedlersee und in Ungarn gab es keine Wolken mehr. Auffallend ist, dass in diesem Teil Ungarns immer mehr Windr\u00e4der gebaut werden. In Gy\u00f6r \u00fcberflogen wir die markante Audi Autofabrik, am Horizont links war die Donau zu sehen, rechts der Plattensee.<\/p>\n<p>Buda\u00f6rs war bald erreicht und der neue Dimona Besitzer erwartete uns bereits. Er f\u00fchrte uns zu unserer \u201ealten Liebe\u201c, die bis auf neue Sitzbez\u00fcge noch genauso war, wie sie uns hunderte Stunden verl\u00e4sslich in viele L\u00e4nder gebracht hatte. Erinnerungen an so manches Erlebnis wurden wach, streicheln des liebgewonnenen Flugzeuges war Ehrensache. Das Angebot, sie auch wieder fliegen zu d\u00fcrfen, verschoben wir aus Zeitgr\u00fcnden auf ein vereinbartes n\u00e4chstes Treffen. Am Flugplatz Buda\u00f6rs war gerade ein Fest im Gange und der Beginn der Kunstflugvorf\u00fchrungen war angesagt. Um nicht das Ende abwarten zu m\u00fcssen, starteten wir fluchtartig zu unserem n\u00e4chsten Ziel nach Siofok.<\/p>\n<p><b>Segelrevier Plattensee<\/b><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-664\" src=\"https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Ungarn-2013-2-400x267.jpg\" alt=\"Ungarn 2013-2\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Ungarn-2013-2-400x267.jpg 400w, https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Ungarn-2013-2-225x150.jpg 225w, https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Ungarn-2013-2.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Der Flug nach Siofok dauerte etwa 30 Minuten. Im Tiefflug ging es bei heftigen Turbolenzen \u00fcber die ungarische Tiefebene. Bei der resoluten Flugplatzleiterin bestellten wir bereits im Funk einen Autotransport zur F\u00e4hre nach Tihany. Das klappte perfekt, nach der Landung stand bereits ein Auto bereit. Unsere Mission war, einen geeigneten Standort zum Testen von neuen Segelkatamaranen zu finden. Der 80 km lange Plattensee eignet sich daf\u00fcr bestens. Beim Hotel Club Tihany wurden wir f\u00fcndig und vereinbarten, dass wir bald anreisen werden, um einige Tage zu segeln. Zur\u00fcck am Flugplatz Siofok, ging es in einem ruhigen Abendflug \u00fcber dem Plattensee weiter nach LHSM \u2013 Balaton.<\/p>\n<p><b>Schloss Festetics, Zigeunerdorf und Hightech-Fabrik<\/b><\/p>\n<p>Ein Fliegerfreund aus Biberbach\/Seitenstetten betreibt seit vielen Jahren an der ungarisch-kroatischen Grenze einen Produktionsbetrieb f\u00fcr Hightech-Einstiegskomponenten f\u00fcr Schienenfahrzeuge.<\/p>\n<p>Er erwartete uns bereits auf seinem ungarischen Heimatflugplatz LHSM \u2013 Balaton. Nach Versorgen des Flugzeuges und Beziehen eines Quartiers, f\u00fchrte er uns zum Schloss der F\u00fcrstenfamilie Festetics. In dem m\u00e4rchenhaften Schloss mit pr\u00e4chtiger Parkanlage ist auch ein Museum der Reliquien der Forschungsreisen des Grafen Festetics untergebracht. Eine Besichtigung von Keszthely mit Fogosch Essen beendete diesen Tag.<\/p>\n<p>Mit dem Auto ging es am Morgen zu seiner etwa 50 km entfernten Fabrik. Am Weg dorthin durchquerten wir das Zigeunerdorf Zalakomar. Dort leben fast ausschlie\u00dflich Roma, die vor den H\u00e4usern stehen und die Zeit in irgendeiner Form totschlagen. Als von der EU anerkannte traditionelle Minderheit brauchen sie nicht arbeiten, sondern werden vom ungarischen Staat erhalten. Sie sind dunkelh\u00e4utig, haben pro Familie durchschnittlich 7 Kinder und wohnen in \u201esehr einfachen\u201c H\u00e4usern. Sp\u00e4ter fotografierten wir das Dorf auch aus der Luft.<\/p>\n<p>Bei der Fabrik angekommen, besichtigten wir das Werk, das bei T\u00fcren und Einstiegssystemen von Schienenfahrzeugen weltweit f\u00fchrend ist. Nicht nur der Railjet in \u00d6sterreich, ICE in Deutschland, TGV in Frankreich, sondern auch der Shinkansen in Japan sind mit Teilen aus der Fabrik ausgestattet.<\/p>\n<p><b>Gesch\u00e4ftsbesuch, Nostalgieflugzeuge und 5 Sterne Schlosshotel<\/b><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-668\" src=\"https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Ungarn-2013-4-400x267.jpg\" alt=\"Ungarn 2013-4\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Ungarn-2013-4-400x267.jpg 400w, https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Ungarn-2013-4-225x150.jpg 225w, https:\/\/www.flugunion-seitenstetten.at\/v3\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Ungarn-2013-4.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Wieder am Flugplatz Balaton zur\u00fcck, f\u00fchrte uns die n\u00e4chste Strecke \u00fcber die ungarische Tiefebene nach LHPP- Pesc, nahe der serbischen Grenze. Die Gegend dorthin besteht aus W\u00e4ldern, Feldern, Schilfsumpfgebieten und verstreute kleine Wohnsiedlungen und D\u00f6rfer. Der Flugplatz Pesc wurde 2006 mit Unterst\u00fctzung der EU vollkommen erneuert und EASA-konform ausgestattet. Einige Zeit unterhielt auch die AUA Linienfl\u00fcge nach Pesc. Weil die Strecke aber unrentabel war, wurde sie wieder eingestellt.<\/p>\n<p>Im etwa 40 km entfernten Koml\u00f6 hatten wir eine Gesch\u00e4ftsbesprechung vereinbart. Von unserem Gesch\u00e4ftspartner wurden wir abgeholt und nach dem Besuch wiederum \u00fcber das 700 m hohe Gebirge von Koml\u00f6 zum Flugplatz Pesc gebracht.<\/p>\n<p>N\u00e4chster Flugplatz war LHKV-Kaposvar. Dort sind etliche ausgemusterte alte Doppeldecker, Nostalgieflugzeuge und andere Rarit\u00e4ten abgestellt. Unter www.wildbergair.com sind diese Flugzeuge abgebildet und genau beschrieben. Nach der Besichtigung ging es weiter zu einem absoluten H\u00f6hepunkt, dem Privatflugplatz LH01 des 5 Sterne Schlosshotels Hertelendy. Dabei handelt es sich um ein ungarisches Schloss, das von einer Schweizerin gekauft und vollkommen erneuert wurde. Das Schlossareal verf\u00fcgt \u00fcber eine gigantische Anlage mit Pferdegest\u00fcten, Tennisplatz, Schwimmbad, Schlossteich und Ziergarten, vor allen Dingen aber einem sehr gepflegten Flugplatz. Am Schlossareal werden Nobel-Autotreffen, Reit- und Tennisturniere, Jagdveranstaltungen und nat\u00fcrlich auch Flugtage abgehalten. Das Hotel selbst bietet zus\u00e4tzlich noch Wellnessangebote und Kulinariktage.<\/p>\n<p>Vom Butler wurden wir vom Flugzeug abgeholt, zur Hotelrezeption gef\u00fchrt und das Gep\u00e4ck ins Zimmer gebracht. Abends speisten wir ungarische Gulaschsuppe und Paprikahuhn, anschlie\u00dfend besichtigten wir die Anlage, wo auch das Zelt der vorw\u00f6chigen Flugveranstaltung noch aufgebaut war. F\u00fcr eine \u00dcbernachtung in diesem Luxustempel muss man zwar tief in die Tasche greifen, aber das verg\u00f6nnt man sich ja auch nicht alle Tage. Alle Informationen unter www.fly-hertelendy.com<\/p>\n<p><b>Schafherden, Vogelschw\u00e4rme, Gef\u00e4ngnis und Gyrocopter<\/b><\/p>\n<p>Um auch weitere ungarische Flugpl\u00e4tze kennenzulernen, landeten wir zun\u00e4chst in LHZA-Zalaegerszeg, dann in LHSY-Szombathely. Diese beiden Grasflugpl\u00e4tze sind von der Luft aus nicht leicht zu finden. Zus\u00e4tzlich zum GPS ist eine Flugplatzumgebungskarte sehr hilfreich. Beim ersten Flugplatz weidete vor der Piste eine riesige Schafherde, die wir auseinandertrieben als wir knapp dar\u00fcber anflogen. Das war noch gut gegangen, aber der Ausrollteil war voll von einer hartn\u00e4ckigen Schar von gro\u00dfen V\u00f6gel, die sich erst im allerletzten Augenblick bequemte wegzufliegen. Beim Start wieder das gleiche, fast h\u00e4tte es ein Gemetzel gegeben.<\/p>\n<p>Beim Anflug auf LHSY \u00fcberflogen wir das ausgedehnte Gef\u00e4ngnis mit vielen Bauten und einer markanten Sicherheitsumz\u00e4unung. Zahlreiche Gefangene hielten sich im Gel\u00e4nde auf. Was sich die Str\u00e4flinge wohl denken, wenn sie die startenden und landenden Flugzeuge beobachten? Szombathely ist ein aufgelassener Milit\u00e4rplatz, der bereits EASA-konform ausgestattet wurde, der Betreiber aber in Konkurs ging. Auch hier weideten Schafe direkt neben der Landepiste, allerdings passte ein Sch\u00e4fer mit Hund auf, dass keines in die Piste graste.<\/p>\n<p>Letzter Flugplatz war der, manchen \u00f6sterreichischen Hobbypiloten bekannte, ungarischen Grenzflugplatz LHFM-Fertoszenmikl\u00f6s. Hier befindet sich das ungarische Zentrum f\u00fcr Gyrocopter und eine Gyrocopter-Schule. Pausenlos starten und landen Gyrocopter und im Hangar sind unterschiedlichste Typen zu besichtigen. Auch die angesiedelte Flugzeugwerft, wo aktuelle Flugzeuge gewartet und \u00fcberholt, aber auch Oldtimer restauriert werden, ist interessant. Fotografieren durften wir aber leider nicht.<\/p>\n<p><b>Nach Hause<\/b><\/p>\n<p>Nun stand nur noch der Nach-Hause-Flug am Programm. Von Fertoszenmikl\u00f6s ging es schnurgerade zwischen Schneeberg und D\u00fcrrer Wand, am \u00d6tscher vorbei wieder zur\u00fcck nach Seitenstetten. Alles in allem waren es drei, zwar nicht spektakul\u00e4re, aber doch interessante Flugtage bei den Nachbarn in Ungarn.<\/p>\n<p><b>Erkenntnisse<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Die Anflugkarten f\u00fcr alle ungarischen Flugpl\u00e4tze einschlie\u00dflich aller wichtiger Daten, k\u00f6nnen <a href=\"www.hungaryairport.hu\/airport.php\" target=\"_blank\">hier heruntergeladen<\/a> werden.<\/li>\n<li>In Ungarn ist es \u00fcblich, auch f\u00fcr Inlandsfl\u00fcge einen Flugplan aufzugeben. Weil es aber auf den kleinen Flugpl\u00e4tzen kaum einen Computer gibt, \u00fcber den man den Flugplan via Austro Controll Homebriefing aufgeben kann, geht es auch relativ problemlos per Telefon:<br \/>\no f\u00fcr Inlandsfl\u00fcge Telefon: +36 1 296 9143<br \/>\no f\u00fcr Auslandsfl\u00fcge: +36 1 296 6844<br \/>\nAusgenommen von der Flugplanpflicht sind lediglich sehr kurze Strecken zwischen Flugpl\u00e4tzen, sofern keine Kontrollzone davon betroffen ist.<\/li>\n<li>Die meisten kleineren Flugpl\u00e4tze sind Grasflugpl\u00e4tze. Besonders, wenn die seitlichen Begrenzungen fehlen oder nicht auff\u00e4llig sind, ist die Piste oft schwer zu erkennen. Hilfreich ist da neben dem GPS auch die Flugplatzumgebungskarte, die aus dem Internet ausgedruckt werden kann. (siehe oben)<\/li>\n<li>Kleinere Flugpl\u00e4tze sind wochentags h\u00e4ufig nicht besetzt. Man sollte daher den Flugplan vor der Landung \u00fcber Budapest-Info schlie\u00dfen, eine Landeank\u00fcndigung an allenfalls in der Umgebung fliegende Flugzeuge abgegeben und ohne Funkanweisung landen. Wenn niemand am Platz ist, braucht man auch keine Landegeb\u00fchr zu bezahlen\u2026<\/li>\n<li>Manche ungarische Regionalflugpl\u00e4tze sind seit dem Beitritt Ungarns zur EU sehr sch\u00f6n und aufwendig EASA-konform ausgebaut. Weil aber deshalb die Flugfrequenz kaum gestiegen ist, aber permanentes Personal anwesend sein muss, entsteht f\u00fcr die Betreiber oftmals ein Verlust, der durch die am Tourismus Interessierten Unternehmen abgedeckt wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wolfgang Grabner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl die Entfernungen und Flugzeiten zu ungarischen Flugpl\u00e4tzen oftmals k\u00fcrzer sind, als Fl\u00fcge innerhalb \u00d6sterreichs, fliegen nur wenige Hobbypiloten ins Land der Magyaren. 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